BRICS und das World Economic Forum
Die BRICS-Staaten, die um Ägypten, Äthiopien, Iran, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate erweitert wurden, läuten das Ende der globalen US-Dominanz, und für den Dollar der Todesstoß und damit die Öffnung zu einer multipolaren Welt ein. So hieß es.
Angesichts der Euphorie, die auch von zahlreichen alternativen Medien mitgetragen wird, hier ein Blick auf einige Zusammenhänge, die der Weltöffentlichkeit weniger bekannt sein dürften.
Beginnen wir mit dem Namen. Das Wort "BRICS" für Brasilien, Russland, Indien und China wurde 2001 von Jim O'Neill geprägt, dem ehemaligen Vorsitzenden von Goldman Sachs Asset Management und Ex-Handelsminister des britischen Finanzministeriums.
O'Neill, inzwischen zum Lord geadelt, ist Experte für Investitionen in Schwellenländern und zählt zu den Beitragenden des World Economic Forum (WEF), das zahlreiche seiner Artikel veröffentlicht hat.
Gegründet wurden die BRICS-Staaten 2009, Südafrika stieß Ende 2010 dazu. Wirtschaftliches Schwergewicht ist China, dessen Bruttoinlandsprodukt von etwa 18 Billionen US-Dollar das Zweieinhalbfache der Wirtschaftsleistung aller übrigen BRICS-Staaten ausmacht.
China ist seit Jahrzehnten eng mit dem WEF verbunden und stellt nach den USA die zweitgrößte Gruppe der Young Global Leaders. Neben dem Jahrestreffen in Davos werden die bedeutendsten Treffen des WEF seit Jahren in den chinesischen Großstädten Chiangin und Dalian abgehalten.
Chinas starker Mann, Xi Jinping, wird vom WEF ebenfalls als sogenannter Contributor geführt. Das gleiche gilt für den indischen Premierminister Narendra Modi, den brasilianischen Präsidenten Lula da Silva und Südafrikas Präsidenten Cyril Ramaphosa.
Sämtliche BRICS-Staaten sind darüber hinaus Mitglieder des Internationalen Währungsfonds (IWF) und dessen Chefin Kristalina Georgieva war ebenso wie ihre Vorgängerin Christine Lagarde zusammen mit Klaus Schwab und BlackRock-Chef Larry Fink im Vorstand des IWF.
Auch die Weltbank, zu der alle BRICS-Staaten gehören, wird von einem Contributor des IWF geführt. Dasselbe gilt für den Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, der Zentralbank aller Zentralbanken, den ehemaligen mexikanischen Finanzminister Agustin Carstens.
Sieht man sich die neuen BRICS-Mitglieder an, sieht das Bild ähnlich aus. Ägyptens Präsident Al-Sisi wird z.b als Contributor des WEF geführt. Äthiopiens Staatschefin Sahle-Work Zewde ist bei den Afrika-Konferenzen des WEF ein gern gesehener Gast.
Die Vereinigten Emirate und Saudi-Arabien sind Mitglieder des Economic Monetary Fund, dessen langjähriger Berater Hashim Devji ebenfalls Contributor des WEF ist.
Bedenkt man, dass
... das WEF im Jahr 2019 die wichtigsten Zentralbanken der Welt im Digital Currency Governance Consortium – dem Konsortium zur Steuerung digitaler Währungen – zusammengeführt hat,
... der IWF und die BIZ unter Hochdruck an der Entwicklung und der globalen Vernetzung von CBDCs arbeiten
... und der Arab Monetary Fund Mitglied der Better Than Cash Alliance ist, deren Ziel in der weltweiten Abschaffung des Bargeldes besteht, dann kann man nur zu einem Schluss kommen:
Die BRICS-Staaten sind keine Alternative zum US-Imperialismus und zur NATO. Keineswegs. Sondern noch radikalere Umsetzer der neuen Weltordnung.
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