Bild: Die erste Seite des Abschiedsbriefs, den Heinz Petry in der Nacht vor seiner Hinrichtung geschrieben hatte.
Am 1. Juni 1945 endete das junge Leben des 16 Jahre alten Heinz Petry vor einem Erschießungskommando. Als letztes Aufgebot bei Kriegsende verheizt, von den Amerikanern als Spion verurteilt, schrieb der junge Mann einen bewegenden Abschiedsbrief.
Einige Zeilen aus seinem Brief:
„Dieser Brief wird mein letzter sein, denn ich bin zum Tode verurteilt, und wir können uns nie mehr wiedersehen. Mein letzter Wunsch war nun, Euch diesen Brief zu schreiben. Er soll Euch die Kraft geben, das Schwerste zu überwinden; er soll Euch sagen, daß es mir leicht gefallen ist zu sterben, daß ich gestorben bin als Soldat. Denn wißt, so wie mir ein amerikanischer Offizier versicherte, daß wir in seinen Augen Menschen sind, die Ihr Höchstes für das Vaterland hingaben und keine ehrlosen Kerle, so sollt Ihr Euch meiner Tat nicht schämen, sondern stolz auf Euren Heinz sein. Denn das, was ich tat, tat ich nicht für eine Regierung, die uns verraten und betrogen hat, sondern in der gläubigen Hoffnung, meinem geliebten deutschen Vaterland und meinem Volke damit zu dienen. Ich sehe nun daß ich ein schönes Leben gehabt habe nur durch Euch. Ich kann es Euch nicht wieder gut machen, kann Euch nur Dank sprechen aus tiefster Seele, tausend Dank für all Eure Sorge und Mühe. Wenn ich auch nicht auf dem Felde der Ehre gefallen bin, so bin ich doch als Soldat gestorben und daran sollt Ihr immer denken. Nicht für Himmler und Goebbels sondern für Deutschland bin ich gestorben, auch das soll Euch ein Trost sein.“
Heinz Petry wurde zunächst am 4. Juni auf dem Braunschweiger Hauptfriedhof beerdigt, sein Schicksalsgenosse Josef Schöner nebenan auf dem katholischen Friedhof. Petrys Leichnam überführte man dann am 13. Dezember 1948 in seinen Heimatort Euskirchen.
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