(2/3) Die aktuellen Anschläge erinnern stark an das Vorgehen der »Vulkangruppe«, die sich zum Berliner Anschlag bekannte. Besonders interessant: Das Çapulcu-Kollektiv dürfte zumindest als Stichwortgeber für die Ideologie der Linksterroristen gelten. Die Bekennerschreiben weisen starke Übereinstimmungen mit den Çapulcu-Veröffentlichungen im Unrast-Verlag auf. Eine investigative Recherche während einer Veranstaltung mit Guido Arnold zeigte zudem, daß bei der Çapulcu-Veranstaltung auch beispielsweise Handreichungen zur Beseitigung von DNA-Spuren und digitalen Metadaten auslagen. Arnold (Pseudonym: Lars Wehring) arbeitet für das linksextreme Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) und wohnt – welch ein Zufall! – im selben Kölner Hausprojekt wie das ehemalige RAF-Mitglied Stefan Wisniewski. Solche Indizien reichen natürlich nicht, um daraus eine direkte Mitgliedschaft Arnolds bei der »Vulkangruppe« abzuleiten. Er kann sich darauf berufen, daß er ja keinen Einfluß darauf hat, was mit seiner Vorarbeit geschieht. Allerdings distanziert er sich nicht von solchen Sabotageaktionen. Dies gibt einen Einblick in das Milieu, aus dem sich die Täter rekrutieren dürften. Man kann aber Çapulcu und besonders Guido Arnold als ideologische Stichwortgeber, Wissensvermittler und Vernetzer eines zellenartigen »Franchise-Systems« sehen, bei dem Hobby-Terroristen Inspiration und Hilfestellung für ihre Taten erhalten. Gleichwohl ist fraglich, ob ein ernsthafter politischer Wille besteht, solchen Spuren nachzugehen.
Die Rolle der Politik zeigt sich auch im unterschiedlichen Umgang mit Angriffen von außen auf unsere Infrastruktur: Während der folgenschwere Anschlag auf die Nord-Stream-Pipeline keinerlei Konsequenzen für die Kriegshilfen für die Ukraine hatte, gibt der Drohnen-Anschlagsversuch in Leipzig Anlaß für eine diplomatische Eskalation. Die Bedrohungslage durch Feinde im Inneren ist vergleichbar hoch und betrifft die Bürger unmittelbar.